Journal
08.03.2010
Für mein Messier-Projekt eine Aufnahmeserie vom 4.3.2010 bearbeitet und eine gute Aufnahme mit Messier 46 und Messier 47 erhalten. Dank der guten Qualität speziell dieser Aufnahmeserie konnte auch eine passable Aufnahme von Messier 48 gewonnen werden, obwohl sich dieser Sternhaufen am Rand des Formats befindet.
07.03.2010
Für das Messier-Projekt konnte ich aus einer leider etwas unscharfen Aufnahmeserie vom 7.3.2010 eine Aufnahme mit den drei Objekten Messier 95, Messier 96 und Messier 105 gewinnen und eine Aufnahme mit den Objekten Messier 65 und Messier 66.
Gestern über die Webseite Pathway to unknown worlds erfahren, das die Sängerin Lhasa de Sela am 1.1.2010 verstorben ist. Sehr schade: Ich habe diese Stimme gemocht, natürlich auch die Musik von Lhasa, aber hauptsächlich die Stimme. Da ich heute noch ziemlich malade war und immer mal wieder im Bett liegen musste, bot es sich an, alles durchzuhören, was ich von Lhasa habe, das waren die Alben "La Llorona" (von 1998) und "The Living Road" (von 2003), sowie "rare and unreleased" Material. Lhasa ist die Tochter einer amerikanischen Mutter und eines mexikanischen Vaters , hat sich dann aber 1992 in Montreal niedergelassen (sieht man vom nomadischen Leben als Mitglied eines Zirkus einmal ab). Alle drei Kulturkreise haben ihre Spuren bei ihr hinterlassen, und sie singt folglich auch in drei Sprachen (spanisch, englisch und französisch) - sogar ein Fayrouz cover findet sich unter dem "rare and unreleased" Material.
Gestern kam das Sky & Telescope von April 2010, und schon ist es ausgelesen - immer dünner wird diese Zeitschrift, sie hat gerade noch 86 Seiten, davon ca 24 Seiten Werbung. Interessant waren folgende Artikel:
"The universal jet set" (über kosmische Jets in allen Größenordnungen), und
"Hanging in the balance" (über die Stabilität des Sonnensystems über sehr lange Zeiträume, ergänzt um einen Beitrag über die Verhältnisse im Jupitermond-System.
Messier-Projekt: Messier 50 kam auf der Aufnahmeserie vom 28.02.10 wegen des Sturms bei der Aufnahme nur etwas verwackelt heraus, deswegen am 4.3.10 eine neue Aufnahmeserie gemacht und heute verarbeitet. Jetzt ist das Ergebnis in Ordnung. Auch die drei Veränderlichen RY Mon, X Mon und V523 Mon finden sich auf der Aufnahme.
Ausbruch der Zwergnova HL CMa Gegenwärtig ist HL CMa im Ausbruch und hat etwa 10,5mag erreicht. Trotz der Nähe zu Sirius ist HL CMa auf der Aufnahmeserie zu M50 nachweisbar (19 Aufnahmen à 5 Sekunden mit Objektiv 1,4/50). Der Ausschnitt ist um den Faktor 2 vergrößert und stark kontrastverstärkt.
Die Bildhöhe beträgt rund 55 Bogenminuten.
06.03.2010
Seit einigen Tagen gibt es eine spannende Diskussion auf der AAVSO-Mailing-Liste über die Gründe, warum die Zahl der visuellen Beobachtungen von Veränderlichen Sternen so massiv zurückgegangen ist und ob sich visuelle Beobachtungen überhaupt noch lohnen. Ich verfolge diese Diskussion, weil ich dieses Phänomen auch bei mir selbst beobachte: Früher habe ich fleißig und zu jeder Nachtzeit beobachtet (manchmal den Wecker auf abenteuerliche Zeiten wie vier Uhr morgens gestellt), aber seit einigen Jahren beobachte ich visuell fast gar nicht mehr. Obwohl es natürlich auch viele Gründe im persönlichen Umfeld gibt, scheint bei mir doch der Hauptgrund in der vielen Zeit zu liegen, die bei Internet-Recherchen verbracht wird, sowie im Aufwand, den es macht, Werte mit der CCD-Kamera (oder mit Digicams) zu gewinnen. In der Zeit, die ich heute brauche, um die zwanzig Aufnahmen für Epsilon Aurigae zu gewinnen und mühevoll auszuwerten, habe ich früher mein ganzes visuelles Beobachtungsprogramm mit über zwanzig Sternen durchgezogen. Daher brüte ich nun seit einigen Tagen, was besser ist: Mit Elektronik sehr wenige Sterne mit höherer Genauigkeit zu beobachten, oder visuell wieder einen Haufen "alter Freunde" zu beobachten - keine leichte Entscheidung, man will schließlich immer alles.
05.03.2010
Epsilon Aurigae - Vergleich CCD/DSLR/pe zu Digicam
Hier ein Vergleich der von der AAVSO gesammelten V-Messungen (also keine visuellen Schätzungen) mit den Messungen anhand meiner einfachen Digicam (rote Punkte). Das unter dem 2.2.2010 gesagte gilt weiterhin: Die Digicam schlägt sich wacker, und ich hoffe nur, dass sie bis zum Ende des Minimums durchhält - inzwischen hat die kleine IXUS nämlich schon über 7300 Aufnahmen auf dem Buckel. Die Helligkeiten auf der Ordinate gelten natürlich nur für die (schwarzen) V-Werte, die mit der Digicam gewonnenen Werte sind einfach nach unten verschoben. Jeder rote Punkt ist übrigens mit ziemlich genau 15 Minuten Aufwand verbunden!
Zu Eigentümlichkeiten der Lichtkurve und zu weiteren Details vgl. den Vergleich von Anfang Februar.
04.03.2010
Messier-Projekt: Messier 50 - Bearbeitung der Aufnahmeserie vom 28.2.10. Diese Serie habe ich einige Tage später wiederholt, da die Aufnahmen vom 28.2. aufgrund des Sturms verwackelt waren.
Messier-Projekt: Messier 78 - Bearbeitung der Aufnahmeserie vom 28.2.10. Hier stand die Kamera windgeschützt.
03.03.2010
Messier-Projekt: Messier 41 - Bearbeitung der Aufnahmeserie vom 28.2.10.
02.03.2010
Messier-Projekt: Messier 42 und Messier 43 - Bearbeitung der Aufnahmeserie vom 28.2.2010. Das ist bisher die erste Aufnahme meines Messier-Projektes, bei der ich den Kontrast nicht linear anpassen konnte, sondern am Gamma-Wert schrauben musste, um die hohen Kontrastunterschiede einigermaßen ausgleichen zu können.
Das Bild "Garagentraum" fertiggemalt. In einer Woche werde ich mit etwas zeitlichem Abstand prüfen, ob noch etwas zu korrigieren ist, aber vorerst betrachte ich es als fertig.
01.03.2010
Messier-Projekt: Messier 79 - Bearbeitung der Aufnahmeserie vom 28.2.2010.
24.02.2010
Abends Orchester-Konzert in der Stadthalle, mit Gidon Kremer.
Sky & Tel März 2010 fertig gelesen.
23.02.2010
Mit Elke wie fast jedes Jahr auf der Basler Fastnacht.
22.02.2010
Mal endlich wieder eine Band-Probe in kompletter Besetzung.
Die in den letzten Tagen bearbeiteten EOS450D-Aufnahmen von Veränderlichenfeldern begonnen auszumessen.
21.02.2010
EOS450D-Aufnahmen zu Veränderlichenfeldern verarbeitet - eine Heidenarbeit, fast den ganzen Tag damit verbracht.
Unschlüssig, ob ich das weitermachen soll.
Sky & Tel März 2010 gelesen.
20.02.2010
Messier-Projekt, Messier 44 Bearbeitung einer älteren Aufnahmeserie zu M44. Canon EOS 450D, 1,7/50. Bin am Überlegen, ob ich diese Aufnahmeserie noch einmal wiederholen soll, denn statt der üblichen zwanzig Aufnahmen habe ich hier nur zehn Aufnahmen addiert. Auch kam das wesentlich schlechtere no-name 1,7/50-Objektiv zum Einsatz, statt dem Original Canon 1,4/50.
Messier-Projekt, Messier 67 Bearbeitung einer älteren Aufnahmeserie zu M67. Canon EOS 450D, 1,7/50. Hier gilt das gleiche wie bei M44, nur noch stärker, denn M67 ist lichtschwächer als M44 und braucht wesentlich mehr Aufnahmen.
EOS450D-Aufnahmen von Veränderlichenfeldern ausgewertet.
Sky and Telescope März 2010 gelesen. Endlich mal wieder interessante
Artikel in dieser immer dünner werdenden Zeitschrift:
- Objekte im Kuiper-Gürtel
- Remote Observing mit Internet-Teleskopen
- Digitalisierung des Harvard-Observatorium-Plattenarchivs
16.02.2010
Am Bild "Garagentraum" weitergemalt, fast nur an der Frau.
Epsilon Aurigae: Aufnahmeserie (20 Aufnahmen mit der IXUS 70 - für zwei neue Werte).
15.02.2010
Veränderlichen-Aufnahmen mit der EOS450D bearbeitet, hauptsächlich die von Alpha Ori. Etwas enttäuscht über die stark wechselnde Qualität der Aufnahmen (teils wegen durchziehender dünner Wolken, die man während der Beobachtung gar nicht wahrgenommen hat, teils aus technischen Gründen, z.B. Sättigung der Sternscheibchen)
14.02.2010
Messier-Projekt, Messier 27: Eine sehr vorläufige Version, denn nur 5 Aufnahmen à 5 Sekunden wurden addiert, im Gegensatz zu den anderen Objekten, für die mindestens 20 Aufnahmen addiert wurden
Messier-Projekt, Messier 31, Messier 32 und Messier 110: Der Andromedanebel ist für jede Zusammenstellung von Astroaufnahmen ein Muss. Hier wurden 20 Einzelaufnahmen à 5 Sekunden addiert.
Friedrich Weinbrenner: Denkwürdigkeiten aus seinem Leben, von ihm selbst geschrieben (1829): Die ersten 170 Seiten gelesen. Spannend, wie ein einfaches Handwerkerkind einen Hang zur Kunst und Bildung entwickelt. Obschon er schon mit Anfang zwanzig als Bauführer recht erfolgreich arbeitete, war er in seinem Wissendrang nie erlahmend und hat nahezu autodidaktisch ein Architekturstudium absolviert. Von 1792 bis 1797 war er zu Studien in Rom und Neapel, im Anschluß daran wurde er in Deutschland schnell berühmt und schulbildend.
Spannend sind manche Menschenschilderungen und die Beschreibung deren Lebensmaximen, die sie Weinbrenner gerne mitteilten (bes. des Porträtmalers Darbs). Auch die ganz wichtige soziale Funktion von Empfehlungsschreiben zur damaligen Zeit wird sehr deutlich. Beeindruckend, wie selbstlos wildfremde Menschen unterstützt wurden, deren einziger Kredit oft nur ein gutes Empfehlungsschreiben war.
Interessant fand ich die sehr positive Schilderung der Wiener Akademie aus Sicht eines sehr wißbegierigen jungen Mannes - gerade wenn man den Verriss dieser Akademie seitens der Lukasbrüder / Nazarener kennt -, sowie einige so noch nicht gelesene Beobachtungen aus dem Römischen Volksleben Ende des 18. Jahrhunderts.
Das Buch (genauer: die pdf-Version von Google-Books) hat mir bisher so gut gefallen, dass ich es zuende lesen werde.
13.02.2010
Die Reisebeschreibung Wien - Rom von Franz Pforr fertig abgetippt, {vgl. Eintrag zum 05.02.10). Strukturiert und mit der Überarbeitung begonnen.
Messier-Projekt, Messier 11: Dieser Bildausschnitt um Messier 11 besteht aus der Kombination von drei Aufnahmeserien aus jeweils 20 Aufnahmen mit jeweils 5 Sekunden Belichtungszeit (Canon EOS450D und Objektiv 1,4/50). Sehr tiefer Stand, aufgehellter Himmel, also suboptimale Bedingungen. Letztlich ist diese Aufnahme ein Abfallprodukt aus den Beobachtungen der Nova V496 Sct.

Ausser M11 sind noch die Sternhaufen NGC 6704 und Basel 1 sichtbar.
Messier-Projekt, Messier 26: Dieser Bildausschnitt ist aus den selben Aufnahmen wie der Ausschnitt von Messier 11. Alle Angaben von dort gelten daher auch für M 26
Messier 26 befindet sich links unten; rechts der ausgedehnte Offene Sternhaufen NGC 6664, der den Cepheiden EV Sct enthält, der als hellster Stern des Haufens sogar auf dieser Aufnahme erkennbar ist. Etwas rechts von der Bildmitte ist der schwache Offene Sternhaufen Trumpler 34 zu ahnen.
12.02.2010
Die Reisebeschreibung Wien - Rom von Franz Pforr weiter abgetippt, {vgl. Eintrag zum 05.02.10)
Comic "Mona und ihr Herz" weitergemacht (Scribble)
Eckermann, J.P.: "Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens" - weitergelesen (Einträge von 1831).
11.02.2010
Die Reisebeschreibung Wien - Rom von Franz Pforr weiter abgetippt, {vgl. Eintrag zum 05.02.10)
10.02.2010
Comic "Mona und ihr Herz" angefangen (Scribble)
Zwanzig Aufnahmen von Epsilon Aurigae gemacht, als es nach rund drei Wochen für ein oder zwei Stunden mal wieder aufklarte, selbstverständlich die Aufnahmen gleich ausgewertet. Ergebnis: Epsilon Aur ist noch schwächer geworden.
09.02.2010
Weitergemalt am aktuellen Bild ("Garagentraum"), hauptsächlich an der Frau. Das Bild wird noch einige Stunden brauchen.
08.02.2010
Die Reisebeschreibung Wien - Rom von Franz Pforr weiter bearbeitet, {vgl. Eintrag zum 05.02.10)
07.02.2010
Die Reisebeschreibung Wien - Rom von Franz Pforr weiter abgetippt (etwa fünf Seiten).{vgl. Eintrag zum 05.02.10)
CD "Zanzibara 2" 1965-1975 Golden years of Mombasa taarab. Als Ende der achtziger Jahre die ersten beiden CDs mit Taarab-Musik erschienen, war ich dieser lockeren, relaxten Musik verfallen. Damals war es nicht einfach, überhaupt an so eine CD zu kommen, es gab noch kein Internet... Die Heimat dieser Musik ist Sansibar, und wie diese Insel überhaupt hat die Musik die Einflüsse aller Kulturkreise integriert, die sich in Sansibar treffen: afrikanische Musik, arabische Musik, europäische Musik und indische Musik. Meist wird die Musik von grossen Ensembles in Clubs gespielt, und auch diese Orchester sind schon ein beeindruckender Anblick: Von Akkordeons und Geigen bis hin zu elektrisch verstärkten indischen Instrumenten ist alles mögliche dabei. Buda musique gibt seit einigen Jahren eine CD-Reihe zur Taarab-Musik heraus, gegenwärtig sind es bereits fünf CDs, und jede CD hat ihren Schwerpunkt auf einem Interpreten, einem Orchester oder einer Zeit. Die "Zanzibara 2" beschäftigt sich mit sieben verschiedenen Ensembles, die von 1965 bis 1975 aktiv waren. Die Aufnahmequalität ist den Umständen entsprechend gut: Aufgenommen wurde in einem Lagerhaus in Mombasa mit einem einzigen Mikrophon. Verbreitet wurde diese Musik damals in Form von Kassettenkopien, erstellt in Hinterzimmer-Firmen. Ich habe diese CD nun zum viertenmal angehört, diesmal sogar sehr konzentriert, und muss sagen: Von Anfang bis Ende top, kein Durchhänger, tolle Musik, die die Laune hebt.
06.02.2010
Die Reisebeschreibung Wien - Rom von Franz Pforr weiter abgetippt (etwa drei Seiten).{vgl. Eintrag zum 05.02.10)
Harald Wohlfahrt und Radio Regenbogen "Palazzo Dinner-Show". Ein Vier-Gang-Gourmet-Menü (Feine Vorspeisenvariationen vom schottischen Lachs mit Ananas-Mangochutney und asiatischer Gewürzsauce; zweiter Gang: Spieß von Scampi und St.Jacobsmuschel auf Kokosrisotto und Thaicurryschaum; Hauptgang: Zweierlei vom Kalb mit Kräuterkruste , glasiertem Gemüse und Schalotten-Estragonjus; als Nachtisch dann Delice von Gubor-Schokolade mit Kompott von exotischen Früchten in Bananen-Maracujacouli) - was soll man sagen: Es hat schon sehr gut geschmeckt.
Dazu Show und Artistik. Durch das Programm führten "Die Kavaliere" (waren sehr gut). Immer wieder Tanzeinlagen von "Les Déesses" mit Marissa Burgess (die super aussah, auch immer ein professionelles Strahlen im Gesicht hatte, als ob sie den größten Spaß hätte). Die Musik war OK, das weichspülerhafte hat zur Veranstaltung gepasst. Auch die eigentlichen Artisten erste Wahl, beeindruckend z.B. das chinesische "Trio Ballerina", bei der eine, manchmal zwei Damen Tanzfiguren auf den Schultern eines armen Teufels ausführten, den man die Anstrengung (nun ja, aus vier oder fünf Meter Abstand) schon sehr ansah. Die Tänzerin, die fast alles mitmachte, sah sehr hübsch aus, schaute NIE nach unten zum Träger, immer mit gleichbleibenden Lächeln nach vorne oder ins Publikum, gab auch die leisen Kommandos. Gut auch der Chinese Cong Tian am Schlappseil. Ich war zwar eingeladen, dennoch macht man sich Gedanken, ob das gebotene den Preis pro Nase von 139 Euro wert ist. Wir sind zum Schluß gekommen: Ja. Allerdings bekam meine Laune schon zu Beginn einen deftigen Dämpfer, als man, kaum nach Betreten des Spiegelzeltes, an der Garderobe für zwei Jacken sieben Euro zahlen darf. Das empfand ich als herbe Abzocke und brauchte einige Zeit, die Vorstellung genießen zu können. Solche "Kleinigkeiten" scheinen sich aber auf den Erfolg der Veranstaltung nicht auszuwirken.
Positiv fand ich es, besonders wenn ich an die zweite Dinnerkrimi-Vorstellung denke, die wir gesehen haben, dass man - besonders auf den etwas teureren Tischen in der Manege - genügend Platz zum Sitzen hatte. Beim Dinnerkrimi saß man tatsächlich fast Schulter an Schulter und konnte sich kaum rühren - da fühlten wir uns so abgezockt, dass wir nie wieder hingegangen sind.
05.02.2010
Die Reisebeschreibung Wien - Rom von Franz Pforr weiter abgetippt (etwa fünf Seiten). Vor fast genau einem Jahr war ich mit dem Digitalisieren bis zum achttägigen Aufenthalt der Lukasbrüder in Venedig gekommen, liess die Sache dann aber ruhen. Nun will ich den Rest abtippen. Zur Hauptsache wurden in den heute getippten fünf Seiten die letzten Besichtigungen in Venedig (inclusice der Besichtigung einer Fregatte in der Lagune) beschrieben, sodann die Schiffs- und Kutschenreise bis nach Ferrara. Zur Reisebeschreibung...
04.02.2010
Illustrationen des Rurik-Expeditionszeichners Choris: Bei der Rurik-Expedition war Ludwig Choris Expeditionsmaler und -zeichner. In der Zeit vor der Photographie eine wichtige Aufgabe. Eine Reihe von Illustrationen bearbeitet (Farbstiche beseitigt etc) und auf die Seite von Chamissos Reise gestellt.

Der Rurik vor Sankt Helena
03.02.2010
Adelbert von Chamisso - "Reise um die Welt" Die letzten hundert Seiten waren noch zum exzerpieren, das ist jetzt nachgeholt (vgl. Eintrag zum 24.01.2010). Hier nun also die Zitate und Passagen, die mir besonders gut gefallen haben: ...mehr
02.02.2010
Eckermann, J.P.: "Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens" - weitergelesen (Einträge von 1831).
Epsilon Aurigae - Vergleich CCD/DSLR/pe zu Digicam
Man macht natürlich immer mal wieder einen Vergleich der eigenen Messungen mit den Messungen anderer Beobachter. Mein gewähltes Equipment für die Beobachtung des Minimums von Epsilon Aurigae (Digitalkamera Canon IXUS 70) ist "low-budget" und ich werte keine RAW- sondern das normale jpg-Format aus. Das ist ein bewusstes Experiment, ich könnte mit mehr Aufwand auch Beobachtungen mit meiner EOS 450D machen (oder gar mit meiner Starlight SX CCD-Kamera). Mein "low-budget"-Ansatz soll demonstrieren, dass auch mit kleinem Budget Veränderlichenbeobachtung möglich ist - ganz abgesehen davon, dass Sebastian Otero vorgeführt hat, was mit "no-budget", sprich mit dem blossen Auge, alles machbar ist.
Die Lichtkurve unten zeigt eine Sammlung von Messungen aus der AAVSO-Datenbank, bei der nur die als "V" bezeichneten Werte berücksichtigt sind. Ob dies tatsächlich alles V-Werte sind, sei einmal dahingestellt. Jedenfalls bieten diese Werte eine Mischung aus photoelektrischen Messungen, CCD-Messungen und RAW-Auswertungen von DSLR-Kameras. Die größten Abweichler habe ich sukzessive identifiziert und ausgefiltert, einige weitere Beobachter hätten das auch noch verdient. Meine Digicam-Werte sind die roten Punkte, die Ordinatenwerte gehören nur zu den pe/CCD/DSLR-Messungen.
Die Hauptmerkmale der Lichtkurve sind brauchbar erfasst, auch die Helligkeitsschwankungen ausserhalb der eigentlichen Bedeckung sind nachweisbar.
Kritisch sind die Werte aus der Zeit, als Epsilon Aurigae nur in der Dämmerung und sehr tief am Horizont beobachtbar war. Mein Wert von JD 2454974 (das ist auch gleichzeitig mein hellster Wert) ist beispielsweise sehr grenzwertig: Ohne Feldstecher war der Stern visuell gar nicht mehr zu sehen, und es mussten einige Dutzend Aufnahmen addiert werden, um Epsilon Aurigae sowie die beiden Vergleichssterne überhaupt ordentlich nachweisen zu können. Dennoch ist dieser Wert so unsicher, das ich ihn wahrscheinlich noch streichen werde.
Eigentümlichkeiten der Lichtkurve gehen teilweise auf das jpg-Format zurück (die Amplitude ist gestaucht, da die Digicam nicht linear arbeitet), teilweise auf die Beobachtungsbedingungen (bei JD 2455062 bis 2455066 habe ich einen Wechsel von Morgen-Beobachtungen zu Nacht-Beobachtungen vorgenommen, bei denen der Zenitabstand leider größer und damit natürlich auch die Luftmasse größer war als bei den Morgenhimmel-Beobachtungen der Woche zuvor).
Trotz allem finde ich die bisher vorhandene Lichtkurve befriedigend.
01.02.2010
CD "Cantigas de Amigo", Ensemble Alcatraz mit Kitka (Dorian Recordings)
"13th-Century Galician-Portuguese Songs & Dances of Love, Longing & Devotion". Ich liebe diese Art von Musik, aber mit dieser CD bin ich nicht warm geworden, trotz dreifachen Anhörens. Den Stimmen fehlt es an Leidenschaft, an Biss, an Ausdruck - dem von Montserrat Figueras verwöhntem Ohr klingt das alles zu brav, zu stark nach easy-listening. Die Trommel wird geschlagen (nein betupft), als wäre sie ein edles geliehenes Stück und dürfe nicht beschädigt werden. Das flötenartige Blasinstrument ist für dynamische Passagen schlichtweg ungeeignet und so weiter und so fort. Ich kann nicht verhehlen, dass mich die CD nicht beeindruckt. Vielleicht liegt es daran, dass die Musiker und Musikerinnen fast überwiegend aus San Franzisco und Umgebung kommen und wie (wirklich) brave amerikanische College-Girls singen und spielen. Vielleicht ist auch ein Schuss Absicht dabei, dass der Klang manchmal nahe am gut verkäuflichen "Celtic Sound" dran ist.
Die Musik ist ein Mix aus alten Versatzstücken und neuen Zutaten, teils auch mit improvisatorischen Elementen, wobei auch für neu geschriebenen Passagen die guten alten Cantigas de Santa Maria die Grundlage bilden. Den ersten Titel (Sen calar) kann man mehrfach anhören, was aber zur Hauptsache an der berühmten Cantiga de Santa Maria No. 380 liegt, die das Stück unterfüttert. Der siebte Titel ist ein Instrumentalstück, eine Fantasie über die Cantiga de Santa Maria No. 1, insgesamt etwas zu lang und einförmig, aber ganz nett. Erwähnenswert sind noch Titel 9 (Bailemos nos ja todas), Titel 12 (Mia irmana fremosa) und Titel 17 (Rosa das Rosas, mit der hineinarrangierten Cantiga de Santa Maria No. 10).
Was an dieser im großen und ganzen anämischen CD laut Booklet explizit hervorzuheben sei, ist die betont hohe technische Aufnahmequalität, bei der es beispielsweise keine dynamische Kompression gibt und von pianissimo bis zum fortissimo alles im natürlichen Verhältnis wiedergegeben sei. Na ja, das reisst es auch nicht heraus.
30.01.2010
Jeff Jones - Zeichner, Illustrator, Maler, Comic-Autor
Ich habe einige Jahre die Comic-Zeitschrift "Schwermetall" gelesen, und fast in jeder Nummer war Jeff Jones mit einer Seite aus einer der Serien "Idyl" oder "I'm age" vertreten - meist schöne junge Frauen, sehr weiblich, gut gebaut, der Inhalt des Comic oft dunkel in bester Psychedelic-Tradition. Der aufgelöste lockere Strich passte ideal zu den nackten Mädchen - ich habe diese Comics immer sehr gerne angeschaut und einige der Zeichnungen kopiert,um diesen Strich zu üben. Gesten und heute habe ich recht umfänglich nach Jeff Jones recherchiert und viel Material zusammengesammelt. Beeindruckend ist, wie viele Fans und Sammler von Jones immer noch in den höchsten Tönen schwärmen.
Oben zwei Ausschnitte aus der lange laufenden Serie "I'm age", deren Protagonisten meist ein oder zwei nackte Mädchen sind. Jede Episode umfasst eine Seite, die Zeichnungen dominieren und der Text ist zweitrangig.
Ein sehr frühes Beispiel für Jones Arbeit als Illustrator: Ein Ausschnitt aus einem Titelbild für einen Reisser namens "The Goddess of Ganymede". Die klassische Situation: Das Männchen rettet beziehungsweise verteidigt das Weibchen ("damsel in distress"). Die junge Frau, sehr drall, sehr sehr weiblich, sehr textilreduziert, wird von einem riesenhaften Hünen gegen ein bösartiges Raubtier verteidigt - mit einem Schwert, versteht sich.
Die Biographie von Jeff Jones ist wechselhaft. Nachdem er schon mit Anfang zwanzig sehr intensiv und sehr erfolgreich gearbeitet hat, entschloss er sich noch in den achtziger Jahren, nicht mehr kommerziell zu arbeiten. Psychische Probleme, eine gescheiterte Ehe, eine Geschlechtsumwandlung mit der Folge, dass sich auch die zweite Frau von ihm/ihr trennte und Jones in der Folge fast schon von Almosen lebte, weil sie nichts mehr besass usw usf. Inzwischen hat sich Jeffrey Catherine Jones gefangen, und sie produziert wieder. Auch eine neue Webseite mit viel Material gibt es von ihr, wobei leider das Material nicht ganz professionell gescannt ist und die meisten Abbildungen einen leichten Farbstich haben. Aber Hauptsache, Jones arbeitet wieder.
29.01.2010
Mein Arbeitsweg beträgt knapp 13 Kilometer - einfach. Immer mit dem Fahrrad, zu jeder Tages- und Nachtzeit, bei jedem Wetter. Im Sommer ist das in 35 Minuten erledigt, im Winter in 45 Minuten, und bei Schnee und Eis wie in den letzten beiden Wochen können das auch schon mal 75 Minuten werden, am Tag also zweieinhalb Stunden körperlich und mental anstrengende Fahrt. Trotzdem kann man manchmal noch die Winterstimmung genießen. Die 15 Sekunden lang belichtete Aufnahme täuscht: Es war Nacht, wenn auch nicht dunkel.
27.01.2010
Messier-Projekt, Messier 35: Auf den Aufnahmeserien vom 20.01.2010 findet sich M35 noch einmal, wiederum zwanzig mal. Es liegt nahe, die erste bearbeitete Serie (vgl. 20.01.2010) mit dieser Serie zu kombinieren. Mit nunmehr 40 Aufnahmen à 5 Sekunden kommt M35 noch besser heraus.
Eckermann, J.P.: "Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens" - weitergelesen (Einträge von Beginn 1830 bis 13.2.1831).
26.01.2010
Eckermann, J.P.: "Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens" - weitergelesen (Einträge von Januar 1830 bis 21.4.1830).
25.01.2010
Eckermann, J.P.: "Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens" - weitergelesen (Einträge vom April 1829 bis Ende 1829).
24.01.2010
Ulrich Raulff im Gespräch über sein Buch "Kreis ohne Meister"
Wie erwartet war der Vortragssaal im Deutsch Amerikanischen Institut voll, trotz Schneeregen an diesem Tag: Ein Thema wie Stefan George und sein Kreis zieht eben in Heidelberg. Dass der Altersschnitt des Publikums deutlich über 50 lag, war zu erwarten, auch dass das Verhältnis der Geschlechter im Publikum trotz des Themas (immerhin ein Dichter) ziemlich ausgeglichen war.
Mit 20 Minuten Verspätung begann die Veranstaltung. Statt einer Lesung gab Jakob Köllhofer, der Leiter des DAI, Fragen vor, die dann Ulrich Raulff Gelegenheit zu mehr oder weniger langen Antworten gaben. Nur selten entspann sich eine Art Diskussion zwischen den beiden. Das Publikum war fast ausschließlich in eine passive Rolle gedrängt.
In einer fast schon ermüdenden Phase der Veranstaltung hielt es Michael Buselmeier nicht mehr auf seinem Platz, und er stellte sehr kritische Nachfragen zur Nichtbeachtung von Wolfgang Frommel und des Nachlebens Stefan Georges in Amsterdam. Immerhin stellte die von Frommel mitbegründete Zeitschrift Castrum Peregrini erst 2008 ihr Erscheinen ein. Laut Buselmeier wird Frommel nicht nur kaum beachtet, sondern wenn von ihm die Rede ist, auch regelmäßig kritisch bis boshaft beurteilt. Eine überzeugende Antwort auf diese längliche Frage blieb Raulff leider schuldig. Sich darauf zu berufen, wenig Material zur Verfügung gehabt zu haben, zieht nicht: Auch für die anderen Themen musste er sein Material erst zusammensuchen - warum dann nicht auch zu Frommel?
Schade, dass es mangels Zeit nicht möglich war, am Ende Fragen aus dem Publikum zuzulassen, so blieb alles doch zu sehr auf die sehr betulich vorgetragenen und eher unkritischen Fragen von Köllhofer beschränkt. Dennoch habe ich nicht bereut, die Veranstaltung besucht zu haben.
Mehrfach erinnerte mich übrigens Ulrich Raulff in Sitzhaltung und Körperhaltung (auch von der Frisur her...) an das berühmte "Bildnis Max Hermann-Neiße" von George Grosz.
Adelbert von Chamisso - "Reise um die Welt"
Mit der Lektüre habe ich zwar schon im Sommer 2009 begonnen, aber das letzte Viertel erst im Januar 2010 fertig gelesen und exzerpiert. Über die Reise von Chamisso, die Expedition des Rurik, gibt es im Internet genügend leicht zu findende Darstellungen. In der Wikipedia findet man unter dem Schlagwort
"Rurik-Expedition" einen exzellenten Beitrag, auch der Volltext ist im Web zu finden sowie alle vom Expeditionsmaler und -zeichner Ludwig Choris veröffentlichten Abbildungen (siehe Linkliste). Es ist unnötig, das alles wiederzukäuen, ich habe statt dessen Zitate zusammengestellt, die mir gut gefallen haben. Gelesen habe ich die Ausgabe des Societäts-Verlags von 1979, die 33 farbige Abbildungen enthält, ein ausführliches Nachwort von Robert Mingau und genügend Anmerkungen. Alle Seitenangaben kommen aus dieser Ausgabe.
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Johann Heinrich Füssli
Zu den interessantesten Gestalten der Kunstgeschichte gehört sicherlich Johann Heinrich Füssli (1741-1825). Ein Stilleben kann man sich von ihm nicht vorstellen, wohl aber Bilder mit mehr oder weniger abwegigen bis erotischen Themen. Nicht immer anatomisch korrekt, aber voller Dynamik, wie auf der Illustration zu Hamlet, bei der die muskulösen Beine der Männer fast wie Froschschenkel wirken. Auch der Akt mit der klavierspielenden Frau im Hintergrund hat eine Stimmung, die weit entfernt von vergleichbaren Bildern ist. Und das Füssli nicht vor expliziten Zeichnungen zurückschreckt sieht man am dritten Bild, dem "Symplegma eines gefesselten nackten Mannes und zweier Frauen". 1997 war in Stuttgart eine grosse Ausstellung zu Füssli, da konnte man solche Bilder gehäuft sehen. Heute zwei Stunden damit verbracht, zu Füssli zu lesen und mal wieder Bilder anzuschauen. Dass Füsslis Figuren meist abenteuerliche Frisuren haben, ahnt man schon auf diesen drei Beispielen. Die konziseste Darstellung Füsslis findet sich in keinem Lexikon, sondern in der Neuen Züricher Zeitung vom 24.1.1998 von Matthias Vogel: "Der Maler als Feuergeist und kühler Stratege. Neue Forschungsergebnisse zu Johann Heinrich Füssli."
23.01.2010
Im Kino (Studio Europa): "soul kitchen" - Ein Film von Fatih Akin.
Wegen der Vorschußlorbeeren und der guten Kritiken wollte ich den Film sehen - und es hat sich gelohnt. Ganz toll. Nicht alles war lustig, aber zwischendurch musste ich immer wieder Tränen lachen. Eine klasse Musik, was auch Spaß machte. Vor allem: Ein Haufen internationaler Charakterköpfe, was durchaus auch eine Hommage an die multi-kulti-Weltstadt Hamburg ist. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass einige Dialoge wegen der vielen Nebengeräusche (oder der Musik) nicht ganz zu verstehen waren. Die ungarische Schauspielerin Dorka Gryllus, die die Physiotherapeutin Anna Mondstein spielt, hat mir sehr gut gefallen. Zu ihr habe ich etwas Material im Internet gesucht.
22.01.2010
Nova KT Eri (= Nova Eridanus 2009): Heute abend habe ich die 20 Aufnahmen der Nova KT Eri bearbeitet, die ich am 20.1.2010 gewonnen habe, und eine kleine Animation gemacht. Die Nova, die im Maximum am 14./15.11.2009 etwa 5,6 mag hell wurde, aber erst am 25.11.2009 entdeckt wurde, wird hier in der Animation an drei Tagen gezeigt, am 29.11.2009, am 13.12.2009 und am 20.01.2010. Gegenwärtig hat sie nur noch etwa 10,6 mag und wird allmählich zu schwach für meine Kamera-Objektivkombination (Canon EOS450D mit 1,4/50). Jede Aufnahme besteht aus einer Kombination von 20 Einzelaufnahmen à 5 Sekunden. Leider sind die Einzelaufnahmen für die Animation nicht nach Norden ausgerichtet. Bisher habe ich an vier Abenden jeweils 20 Aufnahmen des Sternfelds um die Nova gemacht. Addiere ich alle 80 Aufnahmen, dann kommt folgendes Ergebnis heraus (wobei Norden diesmal oben ist):

Sternfeld um die Nova KT Eri, Norden ist oben, Maßstab 1:1
21.01.2010
Messier-Projekt, Messier 45: Gestern habe ich auch 20 Aufnahmen der Plejaden für das Messier-Projekt gemacht. Zwar habe ich schon genug Aufnahmen der Plejaden, aber noch nicht mit der Canon EOS 450D. Das Ergebnis ist nicht optimal und verlangt nach einem zweiten Versuch - irgendwann. Wahrscheinlich ist es besser, die Belichtungszeit auf 3 Sekunden zu reduzieren und die Anzahl der Aufnahmen auf 40 zu erhöhen, was allerdings in eine nervtötende Arbeit ausartet: Alle Aufnahmen müssen ausgerichtet und dann addiert werden. Immerhin deutet sich der auffallendste der Nebel an, der Merope-Nebel.
20.01.2010
Messier-Projekt, Messier 1: Hans Vehrenbergs Konzept für sein "Messier-Buch", alle Objekte im einheitlichen Maßstab darzustellen, hat mich immer beeindruckt, und immer wieder nehme ich den Band in die Hand und blättere darin. Deswegen liegt es nahe, auch ein eigenes Projekt durchzuführen, und zwar mit meiner Canon EOS 450D und dem 1,4/50-Objektiv. Eine Nachführung werde ich nicht verwenden. Einige Objekte habe ich inzwischen schon fotografiert, heute war die Chance,
Messier 1 (den Krebsnebel, Krabbennebel, Crab) aufzunehmen, und die Chance habe ich genutzt. 21 Aufnahmen mit jeweils 5 Sekunden Belichtungszeit wurden in IRIS zu einer recht tiefen Aufnahme addiert, die den Nebel schön zeigt.
Messier-Projekt, Messier 35: Auf der gleichen Aufnahme wie Messier 1 befindet sich der Offene Sternhaufen Messier 35. Mit NGC 2158 und IC 2157 befinden sich zwei weitere Offene Sternhaufen auf der folgenden Aufnahme:
Messier-Projekt, Messier 37: Auch der reiche Offene Sternhaufen M 37 befindet sich auf der oben genannten Aufnahme - es ist ein deutlicher Vorteil, mit kurzen Brennweiten zu arbeiten.
19.01.2010
Weitergemalt am aktuellen Bild, mit der linken Gestalt fast fertig geworden. Als Arbeitstitel stelle ich mir inzwischen "Garagentraum" vor.
Hubble Ultra Deep Field 1 und Hubble Ultra Deep Field IR
Von September 2003 bis Januar 2004 investierte das Hubble-Space-Telescope rund 1 Million Sekunden Belichtungszeit in die bis heute "tiefste" Aufnahme des Weltalls. Umgerechnet auf die Betriebskosten des Weltraumteleskops ist leicht auszurechnen, dass es sich beim resultierenden "Hubble Ultra Deep Field" (HUDF) auch mit Abstand um das teuerste Foto aller Zeiten handelt. Nach der letzten Servicing-Mission im Mai 2009 mit (u.a.) dem Einbau der Wide-Field Camera 3, einer neuen infrarotempfindlichen Kamera, wurde 2009 ein Nachfolger des HUDF erstellt - nicht ganz so gross wie das HUDF, nicht ganz so lange belichtet, mit etwas anderer Orientierung, aber eben in Farben, für die es noch keine vergleichbar tiefen Aufnahmen gab.
Bis jetzt habe ich noch keine Kombination dieser beiden Aufnahmen gesehen und deswegen für den Hausgebrauch selber eine erstellt. Dafür habe ich den blauen und grünen Farbkanal des HUDF1 als neuen Blaukanal genommen, den Rotkanal des HUDF1 und den Blaukanal des HUDF2 als neuen Grünkanal, und den Grünkanal und Rotkanal des HUDF2 als neuen Rotkanal. Erstellt habe ich das ganze mit Christian Buils Software IRIS.
Das Ergebnis ist nun wirklich die tiefste Aufnahme des Weltraums, und selbst in diesem doch sehr rotverschobenen Blick gibt es Galaxien, die einfach nur rot sind. Hier ein kleiner Ausschnitt (Format 1:1). Anclicken des Bildes zeigt das komplette Bild mit 2455p x 2220p.

Um das volle Format zu sehen, auf das Bild clicken.
18.01.2010
Nach vier Wochen Pause mal wieder eine Bandprobe, sogar in fast kompletter Besetzung.
Miitags den Mitschrieb eines Chats über Epsilon Aurigae mit Teilnehmern mit so klingenden Namen wie Arne Henden und Robert Stencel gelesen, korrekter: nur die ersten paar Seiten gelesen. "White Noise" kann man nur sagen, schade um die Zeit der Beteiligten. Einfach nur noch kindergartenhaft und dümmlich, aber selbstverständlich selbst-affirmativ: Was machen wir für tolle und aufregende Sachen. Aber leider macht man sich mit solch einem Niveau nur etwas vor.
17.01.2010
Kurz vor Mitternacht aufklarendes Wetter, sofort 17 Aufnahmen von Epsilon Aurigae gemacht. Die Auswertung dieser Aufnahmen am Folgetag deutet an, dass Epsilon Aurigae die konstante Minimumsphase erreicht haben könnte.
Fidus-Projekt - komplette Webseite fertiggelesen. Etwas umständlich das ganze, ein fortlaufender Text wäre mir lieber gewesen. Aber viele interessante Einsichten und Hinweise sind zu finden. Auch für Kafka-Leser interessant, vgl. die Beiträge über Hungerkünstler.
16.01.2010
Noch bis 31.1.2010 läuft in München die Ausstellung "Lieber sterben als meine Ideale verleugnen! Karl Wilhelm Diefenbach (1851-1913)". Eine Reise wert ist sie mir nicht, interessieren tät' sie mich aber doch. Schön, dass im Fidus-Projekt eine sehr ausführliche Kritik veröffentlicht worden ist. "Kritik" ist auch der Tenor dieser Besprechung, denn Edi Goetschel, der diese Webseite pflegt, spart nicht mit deutlicher Kritik an der Ausstellungskonzeption und an den dargestellten Werken - und auch Diefenbach wird auf eine wohltuende Art als das gesehen, was er wohl in erster Linie war: Ein effekthascheriger Selbstdarsteller. Links:
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Über Diefenbach stolpert man automatisch, wenn man sich mit Fidus beschäftigt. Für Fidus interessiere ich mich, seit ich 1976 die Abbildung "Walzer" (genauer: "Tempeltanz der Seele III") in einem Jugendstil-Bildband sah.
15.01.2010
Giuseppe Verdi "Rigoletto" im Heidelberger Theater (Opernzelt). Schöne Inszenierung, ich habe mich aber weniger auf die Handlung der Oper konzentriert als auf die Musik und das Spiel der Musiker - das fällt leicht, wenn man in der ersten Reihe sitzt. Einer der Cellisten stach in der Intensität und der Qualität seines Spiels so heraus, dass ich mich heute über ihn informierte. Es ist der gerade einmal zwanzig Jahre alte Tomasz Daroch aus Lodz, der gegenwärtig noch in Mannheim Violoncello studiert, in Orchestern und kleinen Ensembles aber schon international unterwegs ist und bereits eine ganze Reihe von Auszeichnungen sein eigen nennt. Seltsam, wie schnell man spürt, dass man jemand außergewöhnliches vor sich hat.
12.01.2010
Seit Wochen bedeckter Himmel, nur einmal konnte ich Ende Dezember eine Aufnahmeserie von Cepheus machen. Nun endlich klarte es nachts für einige Zeit auf, nicht ganz, aber das Sternbild Aurigae war ohne Wolken, und ich konnte 21 Aufnahmen von Epsilon Aurigae machen. Die Auswertung zeigt, dass der Stern in den vergangenen vier Wochen seit der letzten Aufnahmeserie noch etwas schwächer geworden ist. Allerdings scheint nun die Phase konstanter Helligkeit erreicht worden zu sein. Die nächsten Wochen werden es (hoffentlich) zeigen.
Auf der diesjährigen Tagung der American Astronomical Society präsentierten Hoard, Howell & Stencel ein neues Modell des Systems, bei dem entgegen früherer Annahmen der F-Stern kein Überriese ist, sondern ein Post-Asymptotic-Giant-Branch-Objekt mit einer erheblich reduzierten Masse (ca 2,2-3,3 statt wie früher angenommen 15 Sonnenmassen). Im Zentrum des Systems steht also der unsichtbare aber massereichere B5-Hauptreihenstern, der von einer Staubscheibe verhüllt wird. Alle 27 Jahre wandert der F-Stern dann hinter die Staubscheibe, und somit reduziert sich das Licht des Gesamtsystems. Hier eine maßstabsgerechte Skizze des Modells:
10.01.2010
Gut eine Stunde lang Flickr-Seiten zum Hippie-Trail angeschaut. Es kann einem ganz wehmütig zu Mute werden, wenn man diese Dokumente aus den sechziger und siebziger Jahren ansieht, als man noch monatelang unterwegs sein konnte, als die heute nahezu unpassierbaren Länder Irak, Iran, Afghanistan von Jugendlichen ohne Probleme bereist wurden, als man noch mit dem Bus von Deutschland nach Indien und Nepal reiste und der Spaß wenig mehr als 100 D-Mark kostete, als es noch kein Problem war, wochenlang ohne Kontakt zur Heimat zu sein, als die Leute alle noch schlank waren, die Haare lang, die Zukunft offen und so weiter und so fort.
Das Foto ist von 1976, von einer achtwöchigen Reise mit Elke durch Griechenland, fast immer im Zelt oder unter freiem Himmel, mit wenig Geld. Ich sitze auf der griechischen Insel Lesbos, und im Hintergrund sieht man die türkische Küste. Solche Reisen haben wir einige gemacht. Nein, ich muss nicht auf die Erinnerungen anderer Leute neidisch sein.
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