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25.03.2009 CD "Deus et Diabolus" des "Al Andaluz Project" Die CD-Gestaltung mit dem eindrucksvollen Cover verspricht ein ambitioniertes Album, aber trotz der namhaften Interpreten will sich beim Anhören kein großer Genuß einstellen. Etwas dünn, etwas blaß - beinahe backfischhaft - kommt der Gesang daher, kein Vergleich mit der messerscharfen und leidenschaftlichen Stimme Montserrat Figueras', die mit dem von ihr mitbegründeten Ensemble Hesperion XX diese Art von Musik schon in den siebziger Jahren in bisher unerreichter Qualität interpretierte. Und natürlich praktizieren die Musiker im Umkreis von Hesperion XX (inzwischen Hesperion XXI) auch schon seit Jahrzehnten die Verschmelzung der jüdischen, arabischen und christlichen Musiktraditionen, was beim Al-Andaluz-Project als innovativ gefeiert wird. Fehlende Dynamik, starke Betonung der Mitten (wo bleiben die Bässe, die tiefen Trommeln?), gleichförmige Hektik lassen schnell eine gewisse Monotonie aufkommen. Eine CD, die man zweimal anhören sollte, aber kein drittesmal anhören muss. Weitere Informationen zur CD: FolkmusicSMB.blogspot.com |
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22.03.2009 "Sammlung Peter Holzapfel" im Kartonmodellmuseum Heidelberg vs. "Die Schicksale der Stadt Ippsilon" von Walter Mehring Betritt man das Kartonmodellmuseum, dann ist man erstmal erschlagen: DAS ALLES hat ein einzelner Mensch in seinem langen Leben geschaffen. Und noch mehr: Von den 120 Quadratmetern, die die eng gepackte Welt im Haus von Peter Holzapfel einnehmen soll, können im Kartonmodellmuseum nur etwa 40 Quadratmeter ausgestellt werden, aber auch die wirken schon umwerfend genug. Etwa 5000 Modelle sollen es sein, die der heute 88 jährige in 80 Jahren gebaut hat, und nicht nur gebaut: Selbst entworfen oder an Originalbauwerken gemessen, gezeichnet, konstruiert, gebastelt. Jedes Modell nummeriert, datiert, akribisch in ein Buch eingetragen. Der beherrschende Turm von Babel, der bis in die Wolken respektive bis an die Raumdecke reicht, gibt offenbar eines der Motive dieses Lebenswerkes vor. Aber was treibt einen erwachsenen Mann an, einem Hobby, welches einem Jugendlichen das Gefühl von Macht gibt, in der Kombination mit einer Modellbahn fast schon eine demirurgische Befriedigung verleihen mag, einem Leben lang in einer beispiellosen Monomanie treu zu bleiben? Erwartungsgemäß hat Peter Holzapfel nie geheiratet, nie eine Fanilie gegründet. Im Berufsleben als Architekt (was auch anderes!) gut funktioniert, unter jedem politischen System unauffällig seine Arbeit getan. Zuhause gebastelt und eine Gegenwelt gebaut. Was fehlt? Menschenfiguren. Diese Welt ist unbelebt. Im Original allerdings nicht, denn etwa 6 Kilometer Modellbahngleise sind in der Wohnung verlegt, auf denen sich in der Summe Züge in einer Gesamtänge von 160 Metern bewegen. Aber kein Mensch, nirgends. Nicht auf den Wegen, nicht in den Fenstern, nicht in den Parks. Mich hat der Besuch der Ausstellung sofort dazu angeregt, eine meiner Lieblingsgeschichten von Walter Mehring, "Die Schicksale der Stadt Ippsilon" aus dem 1924 veröffentlichten Band "In Menschenhaut. Aus Menschenhaut. Um Menschenhaut herum" (mit Illustrationen von Rudolf Schlichter) noch eimal zu lesen. Hier sind es gerade die vielen Figuren einer Miniaturstadt, die in den Augen und in der Phantasie der Betrachter zu leben und deren geheime Lüste und Leidenschaften auszuleben beginnen. |
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